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Lexikon

Vitamin B1

Allgemeines

Thiamin, Vitamin B1 oder Aneurin ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex von schwachem, aber charakteristischem Geruch und ist insbesondere für die Funktion des Nervensystems unentbehrlich. Vitamin B1 ist lebensnotwendig und im gesamten Körper verteilt, sowohl in den wichtigen Organen als auch in Geweben und Muskulatur.

Verschiedene Formen / Synonyme

  • Thiamin
  • Aneurin
  • Antineuritisches Vitamin
  • Antiberiberifaktor
  • Funktion / Wirkung

    Vitamin B1 (Thiamin) spielt im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel als Coenzym eine wichtige Rolle und trägt dazu bei, dass der Körper Energie aus der Nahrung gewinnen kann. Außerdem übernimmt es die Funktion des Antagonisten von Acetylcholin im Nervensystem.

    Gesundheitliche Störungen und Krankheiten durch Mangel

    Schwerer Vitamin B1-Mangel äußert sich in Symptomen wie neurologischen Störungen, Muskelschwund (Muskelatrophie) und Herzinsuffizienz, die unter dem Namen Beriberi zusammengefasst werden. In den Industrieländern taucht die Krankheit meist im Zusammenhang mit Alkoholismus oder schwerer Fehlernährung auf, ist aber eher selten. Leichtere Mangelerscheinungen hingegen treten auch hier häufig auf.

    Leichter Vitamin B1-Mangel äußert sich besonders in Stresssituationen in Form von Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit und Verdauungsstörungen. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann er zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskelkrämpfen und Depressionen führen.

    Vorkommen

    Die wichtigsten Lieferanten für Vitamin B1 sind Getreide und Reis, sofern diese nicht zu stark ausgemahlen sind. Gute Thiaminquellen sind außerdem Schweinefleisch, Leber und einige Fischarten (Scholle, Thunfisch). Auch in Kartoffeln, Hülsenfüchten und verschiedenen Hefeprodukten wie beispielsweise Bier sind Anteile des Vitamins enthalten.

    Wenn Vitamin B1 aus Pflanzen aufgenommen wird, kann der Körper es direkt verwerten; aus tierischen Quellen muss es erst durch Enzyme aufgespalten werden. Da Vitamin B1 sehr empfindlich ist, können durch Erhitzen und Lagerung Verluste entstehen, ebenso durch Wein und Gerbsäure aus Tee und Kaffee, die das Vitamin oxidieren lässt. Die Verwendung von Vollkornprodukten kann die durch Genussmittel oder durch Kochen entstandenen Verluste ausgleichen.

    Täglicher Bedarf

    Der menschliche Körper enthält etwa 30 mg Vitamin B1, ist aber auf eine ständige Zufuhr angewiesen. Je nach Energieverbrauch benötigt er mehr oder weniger davon, speichern kann er es nur kurz. Für Erwachsene wird eine Tagesaufnahme von 1,0 bis 1,3 mg empfohlen, was der durchschnittlich verbrauchten Menge entspricht. Eine Überdosierung ist kaum möglich, da ein Zuviel an Vitamin B1 über die Nieren ausgeschieden wird.

    Literatur / Quellen / Weblinks

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau/Braus, Frankfurt/Main 2000
  • Bundesinstitut für Risikobewertung über Vitamin B1
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