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Lexikon

Vitamin E

Allgemeines

In der Natur kommen acht Vitamin E-Stoffgemische vor. Beim Menschen wirkt eines davon, das so genannte alpha-Tocopherol, am besten. Von dem mit der Nahrung aufgenommenen Vitamin E werden etwa 30 Prozent im Dünndarm resorbiert, der Rest wird ausgeschieden. Wenn mehrfach ungesättigte Fettsäuren gleichzeitig aufgenommen werden, beeinträchtigen sie die Resorption. Vitamin E wird nicht in einem spezifischen Organ gespeichert, sondern wird vom Dünndarm aus über den ganzen Körper in fast alle Gewebe verteilt. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Fettgewebe, Leber, Nebennieren und Muskelgewebe.

Verschiedene Formen / Synonyme

  • Tocopherol
  • Funktion / Wirkung

    Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans, das heißt, es sitzt auf der Zellmembran und schützt die Zelle vor freien Radikalen und Sauerstoffradikalen, die durch Stoffwechselvorgänge entstehen oder aus der Umwelt aufgenommen werden und Krankheiten, möglicherweise auch Krebs, auslösen können. Diese Fähigkeit hat es mit den Vitaminen A und C gemeinsam. Wie diese Antioxidation vor sich geht, ist am Beispiel von Carotin kurz erläutert.

    Speziell beim Fettstoffwechsel spielt Vitamin E eine Rolle. Depotfette, Membranfette und Fettproteine können durch die so genannte Lipidperoxidation abgebaut werden. Vitamin E verhindert dies zusammen mit anderen Antioxidanzien. Auch beim Eiweißstoffwechsel wirkt Vitamin E mit, schützt außerdem die Zellen, unterstützt das Immunsystem und verhindert das Verklumpen von Blutplättchen.

    Gesundheitliche Störungen und Krankheiten durch Mangel

    Vitamin E-Mangel tritt selten auf, da es in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Sollte dennoch zu wenig davon aufgenommen werden, werden zuerst die Reserven, die im Körperfett gespeichert sind, aufgebraucht. Beschwerden treten deshalb erst nach längerer Zeit auf. Es kann zu Konzentrations- und Muskelschwächen kommen. Das Immunsystem wird geschwächt. Es kommt leichter zu Infektionen; Krankheiten wie Krebs, Rheuma, Diabetes mellitus, Arteriosklerose und Schlaganfällen wird vermutlich Vorschub geleistet.

    Vorkommen

    Vitamin E wird ausschließlich in Pflanzen synthetisiert. Nur über die Nahrungskette gelangt es in den tierischen Organismus und ist somit auch in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Die Vitamin E-Gehalte in tierischen Produkten sind aber weit niedriger als in pflanzlichen. Die höchsten Konzentrationen weisen Getreidekeime auf. Alle Arten von Pflanzenölen enthalten große Mengen, allerdings kann die Aufnahme von Vitamin E im Darm durch die ebenfalls enthaltenen ungesättigten Fettsäuren beeinträchtigt werden. Butter, Nüsse und Gemüse wie (Soja-)Bohnen, Grünkohl, Schwarzwurzel und Spargel sind gute Vitamin-E-Lieferanten.

    Täglicher Bedarf

    Eine Unterversorgung mit Vitamin E entsteht nur selten, da die empfohlenen sechs bis acht Milligramm pro Tag normalerweise mit der Nahrung aufgenommen werden. Bei dieser Menge ist aber zu berücksichtigen, dass sich bei steigender Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch der Bedarf an Vitamin E erhöht, sodass der durchschnittliche Tagesbedarf bei Männern bei etwa 14 mg, bei Frauen bei etwa 12 mg liegt. Schwangere und Stillende benötigen entsprechend mehr.

    Literatur / Quellen / Weblinks

  • Online-Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung: www.bfr.bund.de (Stand: 2004)
  • Brockhaus online: www.brockhaus.de (Stand: 2007)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau/Braus, Frankfurt/Main 2000
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